Die Antwort liefert Smartkündigen selbst. Auf Wunsch, so heißt es, hilft der Dienst seinen Nutzern nach der Kündigung dabei, einen neuen passenden Vertrag zu finden, bis hin zum kompletten Wechsel des Anbieters. Das Geld kommt also nicht aus Ihrer Tasche. Es stammt aus Provisionen für die Verträge, die anschließend vermittelt werden. Auch die Stiftung Warentest kam in einem Test zu dem Schluss, dass der Dienst kostenlos ist und sich über Provisionen von Anbietern finanziert, ohne offenzulegen, wer dabei eigentlich wofür bezahlt.
Damit dreht sich die Rolle des Anbieters um. Sie kommen, um etwas zu beenden. Verdient wird aber daran, dass Sie kurz darauf etwas Neues unterschreiben. Der bequeme, kostenlose Weg zur Kündigung ist von dieser Warte aus weniger eine Hilfe als ein Werbekanal. Wer ahnungslos nur schnell kündigen möchte, wird so zur Zielgruppe für den nächsten Abschluss.
Werbung, die einer Prüfung nicht standhält
Smartkündigen wirbt mit starken Vertrauenssignalen. Drei davon sollte man sich genauer ansehen.
Auf der Seite heißt es, der Dienst sei mehrfach von Focus Money und der Stiftung Warentest ausgezeichnet worden. Eine solche Auszeichnung oder ein Testsiegel der Stiftung Warentest lässt sich öffentlich aber nirgends finden. Belegt ist allein jener Test, der den Dienst zwar als kostenlos einordnete, ihn zugleich aber für seine mangelnde Transparenz kritisierte. Ein kritischer Test ist eben keine Auszeichnung.
Weiter nennt Smartkündigen einen Schnitt von 4,8 von 5 Sternen bei über 850 Bewertungen. Schaut man zum Zeitpunkt dieser Recherche auf das öffentliche Profil bei Trustpilot, stehen dort eher rund 4 von 5 Sternen, und das bei mehreren Tausend Bewertungen mit einem spürbaren Anteil kritischer Stimmen. Wer mit Bewertungen wirbt, sollte sich am aktuellen und vollständigen Profil messen lassen.
Und schließlich verspricht der Dienst, das Kündigen sei zu hundert Prozent sicher. Das ist eine Aussage, die sich kaum halten lässt. Eine Kündigung, die nur per Mail verschickt wird, kann den Anbieter verfehlen, und die Versandbestätigung des Portals beweist nicht, dass sie tatsächlich angekommen ist.
Kurz gesagt
Wer scheinbar nichts bezahlt, bezahlt am Ende meist mit dem nächsten Vertrag oder mit Daten, aus denen ein wertvoller Kontakt für weitere Angebote wird.




